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Otto Fleischhauer - der Namensgeber unseres Vereins

Und wißt Ihr, was Ihr an der Heimat habt ?

 „.....Ich saß und träumte und gedachte Eurer,
Thüringer Heimatfreunde fern und nah:
Und wißt Ihr, was Ihr an der Heimat habt?
Wollt Ihr den Quell behalten, der Euch springt?
Das Euer Herz sein Lebenstrank erquicke?
So kommt und sucht für jedermann, und sie versiegt nicht,
sie quillt in unserem lieben Thüringen....."

Otto Fleischhauer

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Lebenslauf

Johann Franz Otto Fleischhauer wurde am 13. Dezember 1861 in Holzengel geboren. Er war das fünfte von acht Kindern. Sein Vater war der Kantor Christian Heinrich Gottlob Alexander Fleischhauer und seine Mutter Alma Johanna (geb. Dittmar) aus Tennstedt.
Nach seiner Schulausbildung am Gymnasium in Sondershausen besuchte er von 1885-1888 die Universität in Leipzig und studierte Theologie.

Nach dem 1. Examen wirkte er von 1888 –1890 als Kandidat in Sondershausen, Bellstedt und Ebeleben.
Nach seinem 2. Examen ging er 1890 als Pfarrvikar nach Masserberg.
Dort war er Pfarrer bis 1894.
Am 1.Juli 1894 übernahm er die Pfarre in Oberspier. Im gleichen Jahr heiratete er am 13.08.1894 in Katzhütte die Henriette Wilhelmine Marie Olga Rohrbach.

Seine Tochter Elisabeth Alma Sophie erblickte am 16. Mai 1895 in Oberspier das Licht der Welt und drei Jahre später wurde sein Sohn Johannes Alexander am 16. Mai 1898 in Oberspier geboren. Dieser wurde im 1.Weltkrieg in Frankreich verwundet und verstarb am 12. Juni 1918 im Feldlazarett an den Folgen der Verwundung.

Otto Fleischhauer war ein volksverbundener Pfarrer, Heimatdichter, offener, humorvoller, allen gesellschaftlichen Entwicklungen zugetaner Mensch .
In der Gemeinde Oberspier übte er seine Tätigkeit als Pfarrer bis zum 31. September 1927 aus. Nach 33 jähriger Amtszeit trat er in den Ruhestand.
Dieser war mit dem Umzug am 25. 09.1927 nach Sondershausen verbunden.
Hier lebte er bis zu seinem Tode am 3. Juli 1939.
Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Hauptfriedhof in Sondershausen, seine Grabstätte wurde 1981 eingeebnet.

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Meistert dich Vergangenheit,
bist du heute Knecht,
Meistre die Vergangenheit
und du stehst im Recht;
Augen auf und suche frei,
was des Tages Forderung sei!

O.Fleischhauer


Heimatdichter und Heimatfreund

Eine unermüdliche Schaffensfreude entwickelte er auf dem Gebiet der Heimatkunde und Kulturgeschichte Thüringens und der Umgebung von Oberspier.
Durch Gründungen oder Mitgliedschaft in heimischen und heimatgeschichtlichen Vereinen war er stets bestrebt altes Kulturgut zu erforschen, zu erhalten und weiter zu vermitteln. Sein umfangreiches Wissen befähigten ihn, auch literarisch tätig zu werden.

Er war kaum 2 Jahre in Oberspier, da veröffentlichte er 1886 sein erstes Werk ,,Oberspier", ein Dorfbild aus alter und neuer Zeit". Weitere Bücher folgten wie ,,Die Flucht vor der Heimat", ,,Das Smaragdenbergwerk", ,,Baron Fuchskehl und sein Pfarrer", ,,Der Bucheckernkrieg" und ,,Doktor Brunnquell". Aber auch kleine Erzählungen und Gedichte entsprangen seiner Feder. Seine besondere Liebe galt jedoch dem Theater.

In Oberspier hatte er den Gesangverein ,,Melodia" gegründet und mit den Mitgliedern führte er seine Theaterstücke auf. Da sich diese Stücke großer Beliebtheit erfreuten, zog der Verein ,,Melodia" mit den Aufführungen über Land. Selbst in Sondershausen am Landestheater wurden seine Stücke aufgeführt.

Am 21. Februar 1921 wurde sein Stück ,, Die Rasselbockjagd", welches im Dialekt der Hainleite geschrieben ist, in der Gemeindeschenke von Oberspier uraufgeführt.
Dieses Stück erfreute lange Zeit das Publikum und brachte den Bürgern von Oberspier den Namen ,,Rasselböcke" ein.

Weitere Stücke wie ,,Zum Possen" ein Lustspiel, ,,Am Schwuckensee" ein Einakter und die Schieberkomödie ,,Boldewyn Hirsch" erfreuten sich großer Beliebtheit und kamen immer wieder zur Aufführung.

Neben seinen poetischen und literarischen Arbeiten war er als Gründer und Mitglied in vielen Heimat-, Natur-, Geschichts- und anderen Ortsvereinen aktiv. Im Jahre 1894 war er im Landwirtschaftsverein von Oberspier tätig und schrieb über dessen Arbeit interessante Artikel für die Zeitung. 1899 gründete er mit den Sondershäuser Heimatforscher und Lehrer Günther Lutze, dem Heimatkenner und Lehrer Edmund Döring und dem Hofmaler Ernst Schedensack die Vereinigung ,,Museumskränzchen". Diese vier Männer hatten es sich zur Aufgabe gemacht, ein Städtisches Museum in Sondershausen ins Leben zu rufen.

1903 trat er als Mitglied in die ,,Thüringer Vereinigung für Heimatpflege" ein. Hier arbeitete er als Obmann für das Fürstentum Schwarzburg - Sondershausen und wurde 1908 als Vorstandsmitglied gewählt. In den von der Vereinigung herausgegebenen Jahrbüchern befinden sich viele von ihm verfaßte Beiträge.
Durch den Fürsten Karl Günter von Schwarzburg - Sondershausen wurde er 1904 als ordentliches Mitglied in den Verein für deutsche Geschichte und Altertumskunde berufen.

Das Jagdschloß ,,Zum Possen", welches zu seinem Pfarrbereich gehörte, befand sich nach der Abdankung des Fürsten in einem trostlosen Zustand. Um das Gelände des Possens zu erhalten gründete er mit acht weiteren gleichgesinnten Heimatfreunden 1921 den Verein die ,,Possengemeinde". Der Verein hatte es sich zur Aufgabe gemacht den Possen in seiner ursprünglichen Gestalt als Schwarzburger Erinnerungsstätte zu erhalten, ohne dabei politische Ziele zu verfolgen. Die ,,Possengemeinde" gehörte dem Bund der Thüringer Berg-, Burg- und Waldgemeinden an.


Otto Fleischhauer war Mitglied...

...in folgenden Vereinen und Behörden:

  • Gründer und Mitglied des Museumskränzchens Sondershausen1899
  • Mitbegründer des Städtischen Museums in Sondershausen 1902
  • Gründer des Gesangvereins ,, Melodia " Oberspier 1920
  • Vorsitzender des Schulvorstandes Oberspier von 1913 - 1920
  • Mitglied im Landwirtschaftsverein Oberspier von 1894 - 1904
  • Mitglied im Geschichts - und Altertumverein in Sondershausen von 1904 - 1939
  • Gründer und Mitglied der Possengemeinde 1922
  • Mitglied in der Thüringer Vereinigung für Heimatpflege 1903 - 1933

Otto Fleischhauer und das städtische Museum in Sondershausen

Im Jahre 1852 gründete der Fürst Günther Friedrich Carl der II. den Landesverein für deutsche Geschichts- und Altertumskunde in Sondershausen. Dieser Verein kümmerte sich um die Erfassung und Aufbewahrung von Kunstgut, Archivalien und Altertümern.

Der Fürst bestellte Herrn von Ziegler zum ersten Direktor und berief die Herren Baurat Scheppig, Gyminasialdirektor Dr. Kieser, Oberlehrer Göpel und den Pfarrer Apfelstedt zu ordentlichen Mitgliedern.
Die Ernennung des Direktors, sowie der Mitglieder lag per Gesetz in den Händen des Fürsten.
Im Jahre 1903 ernannte Fürst Karl Günther von Schwarzburg - Sondershausen den Pfarrer Otto Fleischhauer aus Oberspier zum ordentlichen Mitglied, welches er bis zu seinem Tode 1938 blieb.
Im Verein trat er durch geschichtliche Vorträge, poetische und erzählende Schöpfungen, welche innig mit der Heimat verwachsen waren, auf.

Auch nach der Abdankung des Fürsten im Jahre 1918 blieb der Verein bestehen.
Das Städtische Museum in Sondershausen wurde wegen Wohnungsmangel geschlossen, aber die Vereinsmitglieder kämpften um den Erhalt der Sammlungen und für die Wiedereröffnung des Museums.
Am 25. Mai 1925 berief man eine Mitgliederversammlung ein und erarbeitete eine neue Satzung und ließ den Verein ins Vereinsregister beim Amtsgericht in Sondershausen eintragen. In der Satzung verankerte man dahin zu wirken, das Museum zu erhalten, seine Sammlungen zu erweitern und zu vervollständigen.
Im September des Jahres 1925 wurde das Museum in Nordflügel des Schlosses zu Sondershausen wieder eröffnet und von den Vereinsmitgliedern verwaltet.

H. Nagel
Heimat- und Geschichtsverein
„Otto Fleischhauer" e. V. Oberspier


Wer kann helfen?

Folgende Werke von Otto Fleischhauer werden noch von unserem Verein gesucht:

Erscheinungsjahre: vermutlich von 1900 bis 1937

Die Flucht vor der Heimat
Roman, Buchdruckerei E. Most Wwe., Sondershausen
Fortsetzungsroman in der Schlesischen Zeitung

Das Smaragdenbergwerk
humoristischer Reiseroman, Buchdruckerei E. Most Wwe., Sondershausen
Fortsetzungsroman in der Schlesischen Zeitung

Lyrische Dichtungen in der deutschen Dichtung
( Herausgeber Franzos ) im Kölner Vortragsbuch

Der Bucheckernkrieg
Historische Erzählung, Buchdruckerei E. Most Wwe., Sondershausen
( Zwischen Liebe und Konvenieenz ) Novelle in der Deutschen Hausfrauenzeitung

Doktor Brunnquell
Humoristischer Roman, Buchdruckerei E. Most Wwe., Sondershausen

Am Schwuckensee
Einakter für die Liebhaberbühne Theaterstück
Kein Herausgeber ermittelt

Der Prinzenraub
Ein Kinder- und Märchenspiel
Kein Herausgeber ermittelt

Boldewyn Hirsch
Eine Schieberkomödie
Kein Herausgeber ermittelt

Das Kätzchen aus Pikardie
Novelle in der Lodzer Zeitung

Über Shakespeares Koriolan, über Goethes Wilhelm Meister
Im Grenzboten

Kirche und Gesellschaft
In der Erlanger theologischen ZeitschriftDas Kirchliche Gesangbuch in der ,,Dorfkirche"
Kein Herausgeber ermittelt

Vier Märchen für Erwachsene
,, Der Wind und das Heimweh" ( Märchen von der Landflucht )
,, Der Zuckerbäcker von Arnstadt" ( Biedermeiermärchen )
,, Die Bimmelhummel" ( Märchen vom Genie )
Erschienen in der Schlesischen Zeitung


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