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Die Geschichte des Baumes
von H.Nagel

Die Mutterblutbuche (Fagus purpurea)

Die Mutterblutbuche im ehemaligen Staatsforstrevier erwuchs ca. 1680. Auf welche Weise die Spielart der Blutbuche, inmitten gewöhlicher Rotbuchen entsanden ist, dies hat die unerforschliche Allmutter Natur freilich in geheimnissvollem Dunkel gelassen. Während die Rotbuche grün blättrig belaubt ist, entfaltet die Blutbuche im Frühling ihr Blattwerk in kräftigem Rot, welches sich im Herbst bis ins schwarzrote verfärben kann. Durch die unerklärliche Blattfärbung wurde die Blutbuche berühmt.


Die erste Beschreibung der Blutbuche kann man in Beschsteins Forstbotanik aus dem Jahre 1810 lesen. "Die Mutter aller Blutbuchen" befindet sich in einem Walde bei Sondershausen. Ihr mutmaßliches Alter wird man mit 250 Jahren nicht zu hoch schätzen."


Ihre Höhe betrug im Jahre 1877 27 m; doch war schon zu jener Zeit ihr Höhenwachstum abgeschlossen.


Ihre tief angesetzte Krone ließ auf einen langjährigen Freistand schließen. Eine starke Beastung begann in einer Höhe von 7 m. Die Schirmfläche der Krone betrug in ihrer Blütezeit 211 Quadratmeter. Der Stammdurchmesser (gemessen in 1,5 m Höhe) von Süden nach Norden gemessen betrug 97 cm und von Osten nach Westen gemessen 101.


Als damaliger Bauminhalt wurden schätzungsweise 17 Festmeter angegeben. Oberforstrat von Michael, der genialerweise vor 100 Jahren den Hochwald der Hainleite eigentlich erst schuf, hat durch einen Versuch nachgewiesen, daß mindestens 20 von Hundert Samen der Blutbuche wieder Blutbuchen ergeben. Der größte Teil der Samen (Bucheckern), aber wieder grünlaubige Rotbuchen werden. Der fürstliche Oberforstrat Dorl, welcher eine genaue Schilderung der Mutterblutbuche verfaßte, erzählt, daß die Blutbuche durch Pfropfreiser und Bucheln (Samen) in der ganzen Welt verbreitet wurden. Die ersten 3 Abkömmlinge der Mutterblutbuche wurden im Schloßpark gezogen, und zwar 1760. Einer ging 1841 ein, als er bei Anlage einer Felspartie eine starke Wurzelschädigung erhielt. Der zweite fiel am 24. Februar 1911 einem Sturm zum Opfer. Der Dritte stand 1942 noch in der Schloßgärtnerei.


Am Anfang dieses Jahrhunderts wurde die Mutterblutbuche vom Holzpilz "Hydnum diverssideus" bedeckt, welches auf den inneren Zerfall durch Weißfäule schließen ließ. Bei einem Sturm im Jahre 1930 drehte der Wind ihre Krone ab. Heute, 1997, steht ihr mächtiger Stamm noch immer im Hainleitewald und zu ihren Füßen liegen die Überreste ihrer mächtigen Krone.

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